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Montag, 22. September 2008

An das Dunkle

An das Dunkle

du fasst nach mir,
gierig und lüsternd,
ich bebe und wanke,
bäume mich auf
und will mich wehren,
du aber holst nur aus,
und trägst mich sacht und sanft.

ich will dich nicht,
du elend`tier,
ich will das licht nur.
will mich nicht fassen lassen,
von deiner dunklen fratze.

du machst mir angst mit deiner macht,
mit deinen züngelnde flammen,
deiner hitze und deiner beständigkeit.
mein Blut willst du,
wirst es bekommen,
aber nicht meine seele,
das schwöre ich dir.

du bist mein treuster feind,
kommst ständig wieder,
ganz ohne voranmeldung
und nie auf einladung von mir.

du scherst dich nicht
um die angst, die du mir machst,
du scherst dich dich um meine tränen
um meine wut und mein zittern.

nur mein Blut möchtest du,
begeherst es wie ich die see
und dein einzig ziel ist mich
zu entjungfern,
mich ganz und gar zu entblößen.

ich hasse dich, du elendig monster,
ich will dich fort haben aus meiner seel`,
was kann ich tun um mich deiner zu entledigen?
wie oft muss ich zustechen?

geh, weg du.....ich bin es leid,
ich bin genug, auch ohne dich!!
du satan`s brut
bin ich doch wirklich dein erzeuger?
es lebt in mir,
es bebt in mir...

kein titel

ich wärme mich auf in der erinnerung an dich,
erkalte heimwärts auf steinigen wegen.

wenn worte schwimmen könnten,
wenn worte fliegen könnten,
wenn worte gehen könnten,
würden sie dich erreichen?

du bist nirgendwo zu finden,
nicht mal in den schlafes träumen.

wohin soll ich gehen und wohin wandern?

ich möchte dich lassen,
mich auf mich stützen.

nicht einmal eine erinnerung an dich
kann mir die ruhe geben
mich zu sehen- ohne dich.

ich wärme mich auf in der erinnerung an dich,
und erkalte abermals heimwärts auf steinigen wegen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

warten

warten auf mich
warten auf dich
warten auf uns
nichts anderes.

und währenddessen
meine hände im gesicht vergraben
und weinen

Montag, 15. Oktober 2007

schmarotzer

ich dachte ich müsste dich lieben,
weil keine liebe mehr in mir war.

ich dachte ich müsste dich um jeden preis lieben,
weil keine liebe mehr in mir war.

ich dachte ich könnte mich wie ein schmarotzer
an dir laben, dir die liebe stehlen,
die ich so bitter nötig hatte.

Freitag, 12. Oktober 2007

körper

ich habe dir meinen knochigen körper anvertraut,
mein bauch hat dir märchen erzählt,
in deiner armbeuge habe ich einen schatz gefunden
und meine hände hatten wanderslust.

du hast meine blässe bewundert,
ich deine kakaohaut.
wir haben uns vertrauensvoll an den moment gelehnt,
nicht nach vorne oder hinten geschaut.

ich hab dir meinen knochigen körper geschenkt,
mein herz hat ganze symphonien komponiert,
deine haut hab ich vermessen und skaliert,
meine linien werden dort bleiben

anna

anna.

erfrischender als orange,
duftiger als papaya,
krumm wie banane
und nur vier buchstaben.

zwei mal zwei gibt vier.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

zustand

du machst mich ganz wuselig,
du machst mich ganz struselig.

will dich mit morgens
mit croissant und milchkaffee,
mittags zu salat und brot
abends zu käse, trauben und rotwein

du machst mich ganz traumelig,
du machst mich ganz baumelig.

bist
vanillesoße an erdbeerbouqet,
mousse au coccolat mit zimtparfait
schokoladenkuchen mit mangosorbet.

du machst mich ganz fuselig
du machst mich ganz schmuselig

du machst mich ganz und gar
mit haut und haar,
mit affentanz und elefantenschnalz,
was du nicht alles kannst.

Mittwoch, 26. September 2007

fragen-mikado

wusstest du wie man maschen strickt
als du mich das erste mal gesehen hast?
wusstes du ob links oder rechts
ob rückwärts oder vorwärts?
wusstest du mit welcher farbe
du die nadeln bestückst?

dein strickzeug liegt nun in der tasche.
die tasche in der ecke.
du hast mich in einen alten turnbeutel verstaut,
ausgeblichen und blau-
fast ins lila übergehend.

die nadeln sind ungespitzt
und trotzdem stechen sie durch den stoff.
sie möchten hinaus.

weg von den farben,
raus aus den maschen,
aus dem verblichenen beutel.

sie wollen mikado spielen
und sich in zitternde hände begeben,
denn zitternde hände sind besser
als hände, die nicht greifen können.


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Freitag, 24. August 2007

bruch für bruch

während ich einen fuß vor den anderen setze,
bricht der asphalt unter mir
und keine teermaschine kann diese brüche kleben.

während ich ton für ton singe,
bricht meine innere stimme
und kein lehrer kann diesen bruch belehren.

schritt für schritt.
ton für ton.
bruch für bruch.



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Samstag, 18. August 2007

erkenntnis

in heiligen sälen habe ich dich gesehen,
habe dich getrunken,
betanzt und begurrt.

ein habicht hat während dessen geschnäbelt.

wo soll ich dich nun lassen?
die heiligkeit wurde uns abgesprochen
und ich erkenne mich nicht wieder.


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