Kein Dialog mit der Junta

Kein Dialog mit der Junta

Die regierenden Militärs hatten ein überraschendes Gesprächsangebot gemacht - wenn auch unter harten Bedingungen. Die Partei der birmanischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi lehnt ab.

Ein Sprecher der NLD sagte am Freitag, die Einladung zu einem Gespräch sei von offizieller Seite nicht ernstgemeint gewesen. Die Junta wolle, dass Suu Kyi etwas zugebe, was sie gar nicht getan habe.

Am Donnerstagabend berichtete das birmanische Staatsfernsehen, der oberste Militärchef General Than Shwe sei bereit, sich mit der Oppositionsführerin und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu treffen. Allerdings seien daran Bedingungen geknüpft: Suu Kyi müsse ihren Konfrontationskurs aufgeben und dürfe westliche Sanktionen gegen das Land nicht weiter unterstützen.

Das Angebot des Junta-Chefs ist von Exil-Birmanen mit Skepsis aufgenommen worden. "Viele Leute argwöhnen, dass die Vorbedingungen als Ausrede dienen werden, um die Gespräche platzen zu lassen", sagte Khin Maung Win von dem in Norwegen produzierten Oppositionssender Demokratische Stimme Burmas.

Die Bedingungen, die Than Shwe an eine Begegnung mit der Friedensnobelpreisträgerin von 1991 geknüpft hat, wiederholte das Sprachrohr der Regierung, die Zeitung Licht von Birma, am Freitag. Suu Kyi verfolge einen Konfrontationskurs gegen das Regime und habe zu "völliger Zerstörung" und Sanktionen aufgerufen. Wenn sie sich bereiterkläre, diese Pläne zu unterlassen, werde der General sich persönlich mit ihr treffen, schrieb die Zeitung.
Unterdessen haben die Militärs eine diplomatische Vertreterin der USA für Freitag zu einem Gespräch in die Hauptstadt Naypyidaw einbestellt. Worum es bei dem Gespräch der Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Shari Villarosa, mit Mitgliedern der Regierung gehen werde, sei nicht bekannt, sagte Sean McCormack, der Sprecher des US-Außenministeriums. Auch sei unklar, ob nur Villarosa eingeladen worden sei oder auch andere diplomatische Vertreter.

In Rangun wurden derweil weitere Menschen verhaftet. Sie wurden wieder mitten in der Nacht aus ihren Betten gezerrt und weggeschafft, berichteten Einwohner. In der Nacht zum Donnerstag waren die Kommandos in der Nähe der Shwedagon-Pagode unterwegs. Sie suchten offenbar Menschen, die während der Demonstrationen in der vergangenen Woche am Straßenrand standen oder Fotos machten. "Ihr Verbrechen ist, dass sie geklatscht und die Mönche angefeuert haben", sagte ein Augenzeuge.




weiter siehe link:
Quelle:www.zeit.de/online/2007/41/birma-freitag

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